Patenbitten

Nachdem man nun neben einem Schirmherrn auch eine Fahnenmutter gefunden hatte, fehlte nur noch ein Patenverein zum vollkommenen Glück. Deshalb machte sich eine gewaltige Abordnung, bestehend aus den Feuerwehrmännern, Festdamen, -mädchen und -buben sowie der Dorfbevölkerung, am 22. April zu Fuß auf dem Weg nach Pitzling, wo man im Gasthaus Apfelböck die FFW Hartkirchen als Pate gewinnen wollte. Diese hatten ja auch im Jahr 2006 ihre Fahnenweihe, wobei wir den Patenverein stellten.
Nach einen langen Marsch marschierte man in geschlossener Formation von der Kapelle in Pitzling zum Gasthaus, wo die Hartkirchener mitsamt ihren Festgefolge schon Spalier standen. Nachdem die beiden Vorsitzenden der zwei Wehren ihre Grußworte sprachen, wurde zum gemeinsamen Festessen geladen.
Nach dieser Stärkung fand das traditionelle Scheidlknien statt, wobei der Vorsitzende Alois Stömmer die Bitte in Versform vortrug.
Der Vorsitzende der FFW Hartkirchen, Josef Knöckl sagte, dass die FFW die Patenschaft gerne übernehmen wird, wenn die Reichstorfer ein paar Aufgaben erfolgreich absolvieren.  Um die Vorstände und Kommandanten weiter zu stärken, wurde ihnen von vier Festdamen "das Flascherl " gegeben. Da sie dabei Lätzchen umgebunden bekamen sorgte für restlose Begeisterung seitens der Zuschauer. Als nächstes musste der Vorsitzende der FFW Reichstorf, Alois Stömmer einige fragen zu den beiden Wehren beantworten. Leider konnte er einige knifflige Fragen nicht lösen und so wurden die beiden Kommandanten und der 2. Vorsitzende "Opfer" der Gefahren an der Einsatzstelle, die sich über sie "ergossen".

Bei der nächsten Aufgabe musste die Fahnenmutter Sieglinde Fischhold und die Festdame Katrin Fischhold ihre Fingerfertigkeit unter Beweis stellen. Sie mussten mit verbundenen Augen dem Vorsitzenden Alois Stömmer und dem Schirmherrn Max Schadenfroh jeweils ein Stoffherzerl auf den "Allerwertesten" nähen. Doch auch diese Aufgabe wurde souverän gemeistert, so dass keine Schmerzlaute zu vernehmen waren.
Danach folgte ein Wettessen und -trinken. Zuerst mussten die Herbergswirte der Wehren, Alois Fischhold sen. und Alfons Flieger, ein Bier und eine trockene Semmel essen, anschließend dann noch der "Junior-Wirt" Alois Fischhold jun. und der Kommandant der FFW Hartkirchen, Franz Schmerbeck nochmals das gleiche. Beide Male gingen die Hartkirchener als Sieger hervor.

Damit auch die anderen Ausschussmitglieder nicht verhungerten, mussten sie zum Spaghettiessen antreten. Doch leichter gesagt als getan, denn die Kameraden mussten dieses Mal ohne Hände essen. Zum Schutz wurden sie in besondere Anzüge gesteckt. Zur Belohnung gab's auch noch einen Schnaps. Als nächsten stand ein ganz besonderes Schmankerl auf dem Plan. Denn nun mussten der Wirt, Alois Fischhold sen. und der 2. Vorsitzende Kurt Vogel ihre Geschmacksnerven testen. Dies war deshalb so pikant, da beide Anhänger eines jeweils anderen Bieres sind. Aus fünf verschiedenen Bieren mussten sie ihre Lieblingsmarke herausschmecken. Dabei konnte der Wirt die meisten Treffer erzielen, während Kurt Vogel sich nicht immer einig war.

Als Nächstes musste ein Luftballon zum blatzen gebracht werden, aber mittels eines B-Schlauches! Zum Schlauchtruppführer wurde der Schirmherr ernannt, der diese Aufgabe mühelos meisterte. Für die letzte Aufgabe musste der gesamte Festausschuss der FFW Reichstorf auf der Bühne antreten, denn es stand nochmals ein Wetttrinken auf dem Plan. Der Ausschuss wurde in zwei Gruppen geteilt. Jede Gruppe bekam eine Saufmaschine, die entweder mit einer roten oder eine grünen Mixtur gefüllt war. Die mit der roten Flüssigkeit gewannen den Wettstreit.

Nachdem alle Aufgaben erfüllt waren, erklärte sich die FFW Hartkirchen gerne zur Übernahme der Patenschaft bereit. Dafür bedankte sich der Festausschuss der Reichstorfer mit eine Feuerwehrhymne, die eigens von gerhard Hanichl und vom Vereinsmusiker Franz Waldherr getextet worden war.

Wer san de tapfersten Bayern - de zu jedem Einsatz kriacha
Jawoi, des san de Manner von da Feierwehr Hartkircha.
In erna schneidigen Uniform - wird jede Woch trainiert
Bei jedem Festumzug wird mit der Fahne mitmarschiert.
Und wenn im Dorf a Bierzelt steht, wo is de Feierwehr
Draußen auf den Straaßen - und regelt den Verkehr.
Was waar denn des Hartkircha - wenn's de Feuerwehr net hätten
Feuerwehren schützen, Feuerwehrn löschen, Feuerwehren re-etten
Endlich is d'Sirene ganga - die Hühnerfarm in Hütt hat brennt.
Mit wildentschlossne Gsichta san's zum Einsatzwong hi'grennt.
Mit Blaulicht sans glei losgrast - in einem Mords Karacho
Doch wias hi'kemma - warn 20 and're Feiawehr'n scho'do
Vereinigt ham's na neig'spritzt - sie ham se selber übertroffa'
Verbrennt iskoa oanzig's He-ednl - 20000 san'dasuffa'.
De warn doch eh total verschiss'n - de Hühnerkäfig-Zellen
Feuerwehren schützen, Feuerwehren löschen, Feuerwehren kämpfen gegen Salmone-ellen.
Letzt's Jahr ham's unter Todesgefahr - a Websn Nest ausg'numma
Beim Flieger-Wirt im Feierwehrfest - in da Fria san's erst hoam kumma.
Und a Ölspur hams beseitigt - vom Deutz vom Wi-irt Karl
An da Kreisstraß war Totalsperre - in's ganze Vi-ilstal
Und im Winter warn's im Einsatz - zweidast drin im Woid.
Doch des hätt'wirklich neamad glaub't - das glei'da Kran umfoid.
Wia an Datsche hot's es z'sammabatzt - de Hallen, de riesen, fetten
Feuerwehren schützen, Feuerwehren löschen, Feuerwehren re-etten
An's Feiawehrhaus ham's a'baut - do hat da Max gnau hi'gschaut
Denn beim A'bau is'er a guada, schauts hi zur Fahnamuatta.
Doch de Kellerbar ham's durchg'setzt - drob'n in da erst'n Etasch
Und für den nei'n Spritzwong - a super Tiafgarasch.
Blos de Andern da'n se aufreg'n - von wegen Geld naus'schmeissen
Weil für d'Fahnaweih koa geld do is - dan's iatz a s'Mei aufreiss'n.
Doch auf unsern Bürgermeister - kann die Feuerwehr voll zählen.
Feuerwehren schützen, Feuerwehren löschen und Feuerwehren wä-ählen.

Iat'z ham'ma so foisch g'sunga - des Bitt'n is uns g'lunga
Ja-g'sogt - habt's ihr zwar net glei - doch iatz is ois vorbei.
Drum mecht ma uns aufa guat's gelinga - mit Eich iatz na Oan dringa.
Feuerwehren schützen, Feuerwehren löschen - und Feuerwehren tri-inken.


Der Abend klang zu später Stunde feuchtfröhlich aus und die FFW Reichstorf machte sich mit einem gewonnen Patenverein im Gepäck wieder auf dem Nachhauseweg.

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